
Wie die Borochi Wallbox mit PV Priority, Smart Charging und manueller Ladeleistung die 60%-Einspeisegrenze des Solarspitzengesetzes umgeht
Kurz zusammengefasst: Seit dem Solarspitzengesetz (in Kraft seit 25. Februar 2025) dürfen neue PV-Anlagen ohne Smart Meter nur 60% ihrer installierten Leistung ins Netz einspeisen (ab 2027 laut EEG-Reform-Entwurf dauerhaft 50%) – überschüssiger Solarstrom darüber hinaus wird abgeregelt und geht verloren. Diese Begrenzung gilt jedoch nur für die Einspeisung ins öffentliche Netz, nicht für den Eigenverbrauch. Ein Elektroauto, das gezielt mit PV-Überschuss geladen wird, vermeidet diesen Verlust vollständig. Die Borochi Wallbox bietet dafür drei Lademodi: PV Priority (automatische Ladeleistung nach Solarüberschuss, ohne Nutzereingabe), Smart Charging (plant die Ladung anhand von Zielladestand, gewünschter Abfahrtszeit, PV-Überschuss und Strombörsenpreis) und manuelles Laden mit fester Leistung (4,2–22kW, frei einstellbar).
Warum Solarstrom beim Laden überhaupt verloren gehen kann
Das Solarspitzengesetz begrenzt seit dem 25. Februar 2025 die Einspeiseleistung neuer PV-Anlagen ohne intelligentes Messsystem auf 60% der installierten Leistung. Eine geplante EEG-Reform sieht ab 2027 eine dauerhafte Absenkung auf 50% für neue Dachanlagen unter 100kW vor (Stand: Regierungsentwurf, noch nicht beschlossen).
Wichtig für PV-Betreiber: Diese Grenze gilt am Netzanschlusspunkt, also nur für Strom, der tatsächlich ins öffentliche Netz eingespeist wird. Eigenverbrauch – etwa durch eine Wallbox, eine Wärmepumpe oder einen Batteriespeicher – zählt nicht dagegen. Jede Kilowattstunde, die direkt vor Ort verbraucht wird, umgeht die Einspeisegrenze vollständig, statt abgeregelt zu werden.
Vergleich: Die drei Borochi Lademodi auf einen Blick
Was ist Borochi PV Priority Laden?
Borochi PV Priority ist ein Lademodus, bei dem die Wallbox die Ladeleistung an den verfügbaren PV-Überschuss anpasst – in Schritten zwischen 4,2kW und 22kW. Steigt der Solarüberschuss, steigt die Ladeleistung mit; sinkt er, sinkt auch die Ladeleistung, mindestens jedoch bis zur technischen Mindestleistung von 4,2kW. Ändert sich das Wetter kurzfristig – etwa durch eine Wolke –, gleicht zunächst der Batteriespeicher die Lücke aus; reicht auch dessen Kapazität nicht aus, ergänzt die Wallbox die Differenz im ungünstigsten Fall aus dem Netz, damit die Ladung nicht unterbrochen wird. Start und Stopp entscheidet die Wallbox selbst, abhängig vom verfügbaren Solarüberschuss – ein Zeitfenster muss der Nutzer nicht festlegen.

Abbildung 1: PV-Erzeugung, Eigenverbrauch, Netzeinspeisung und Abregelung – ohne Laden vs. mit PV Priority
Im Modellbeispiel (8kWp-Anlage, sonniger Tag) sinkt die abgeregelte Energiemenge durch PV Priority von 8,8kWh auf 0kWh. Der Netzbezug steigt dabei leicht von 4,0 auf 9,2kWh – dieser Anteil entsteht am späten Nachmittag, wenn der PV-Überschuss unter die Mindestladeleistung fällt.
Was ist Borochi Smart Charging?
Borochi Smart Charging ist ein Lademodus, bei dem der Nutzer zunächst zwei Angaben macht: die gewünschte Lademenge (bzw. den Ziel-Ladestand) und die Uhrzeit, zu der das Fahrzeug wieder benötigt wird. Auf Basis dieser beiden Vorgaben plant die Wallbox die Ladung über den gesamten verfügbaren Zeitraum bis zur Abfahrt: Vorhandener PV-Überschuss wird vorrangig genutzt; die darüber hinaus benötigte Energiemenge wird automatisch in die günstigsten verfügbaren Stunden des Day-Ahead-Strombörsenpreises gelegt. Ist beides – PV Überschuss und günstige Preisstunden – zur gleichen Zeit verfügbar, kombiniert Smart Charging beide Signale. So wird sichergestellt, dass das Fahrzeug pünktlich zur gewünschten Zeit geladen ist, während die Ladekosten über den gesamten Zeitraum minimiert werden.
Der Unterschied zu PV Priority: PV Priority lädt ausschließlich dann und so viel, wie gerade PV-Überschuss vorhanden ist, ohne festes Zielenergie oder Zeitvorgabe. Smart Charging benötigt dagegen eine Zielvorgabe (Energiemenge, Zeitpunkt) und plant aktiv über den gesamten Zeitraum, auch mit Netzstrom zu günstigen Preisen, falls PV-Überschuss allein nicht ausreicht.
Wie funktioniert manuelles Laden mit fester Leistung bei Borochi?
Beim manuellen Laden legt der Nutzer selbst eine feste Ladeleistung zwischen 4,2kW und 22kW fest. Dieser Modus eignet sich, wenn ein Fahrzeug zu einer bestimmten Uhrzeit garantiert vollgeladen sein muss. Wichtig zu wissen: Eine höhere Ladeleistung reduziert die Abregelung nicht automatisch stärker als eine moderate Leistung – sobald die gewählte Leistung über dem tatsächlichen PV Überschuss liegt, wird die Differenz einfach aus dem Netz gezogen, ohne zusätzlichen Nutzen gegen die Abregelung.

Abbildung 2: Ohne Laden vs. feste 5-kW- vs. feste 11-kW-Ladung (jeweils 11–15 Uhr)
Im Modellbeispiel vermeidet eine exakt terminierte 5kW-Ladung die Abregelung vollständig, ohne zusätzlichen Netzbezug. Eine 11kW-Ladung im selben Zeitfenster reduziert die Abregelung nicht weiter, benötigt aber rund 21kWh zusätzlichen Netzstrom, weil der PV Ertrag der Anlage die geforderte Leistung nicht durchgehend decken kann.
Häufige Fragen
Wie vermeide ich, dass mein Solarstrom beim Elektroauto-Laden abgeregelt wird?
Indem das Elektroauto gezielt mit dem PV Überschuss geladen wird, statt den überschüssigen Strom ungenutzt ins Netz einzuspeisen. Da die Einspeisebegrenzung des Solarspitzengesetzes nur für die Netzeinspeisung gilt, nicht für den Eigenverbrauch, wird jede zusätzlich selbst genutzte Kilowattstunde nicht abgeregelt. Die Borochi Wallbox übernimmt das über den Lademodus PV Priority automatisch.
Was bedeutet die 60%-Einspeisegrenze des Solarspitzengesetzes für Elektroauto-Besitzer?
Neue PV-Anlagen ohne Smart Meter und Steuerbox dürfen seit Februar 2025 nur 60% ihrer installierten Leistung ins öffentliche Netz einspeisen. Für Elektroauto-Besitzer bedeutet das: Ungenutzter Solarstrom, der die 60% Grenze übersteigt, wird abgeregelt – kann aber durch gezieltes Laden des Fahrzeugs stattdessen sinnvoll genutzt werden, da Eigenverbrauch nicht unter die Begrenzung fällt.
Ist mehr Ladeleistung immer besser, um Solarstrom-Abregelung zu vermeiden?
Nein. Die Abregelung sinkt nur so lange, bis die Ladeleistung den Teil des PV Überschusses abdeckt, der über der 60%-Einspeisegrenze liegt – ab diesem Punkt liegt sie bereits bei praktisch 0 und kann nicht weiter sinken. Eine noch höhere Ladeleistung bringt daher keinen zusätzlichen Nutzen gegen die Abregelung mehr. Steigt die Ladeleistung anschließend über den gesamten PV-Überschuss hinaus, wird zusätzlich Strom aus dem Netz gezogen, ohne dass die Abregelung dadurch weiter sinkt. Eine Ladeleistung, die dem PV Überschuss entspricht (bei der Borochi Wallbox automatisch über PV Priority geregelt), ist meist wirtschaftlicher als die technische Maximalleistung.
Was ist der Unterschied zwischen PV Priority und Smart Charging bei Borochi?
PV Priority lädt vollautomatisch und ausschließlich mit dem gerade verfügbaren PV Überschuss, ohne dass der Nutzer eine Zielmenge oder Zeit angeben muss. Smart Charging benötigt zwei Eingaben – die gewünschte Lademenge und die Uhrzeit, zu der das Fahrzeug gebraucht wird – und plant auf dieser Basis die Ladung über den gesamten verfügbaren Zeitraum: PV Überschuss wird vorrangig genutzt, die restliche Energiemenge wird in die günstigsten Strombörsenpreis-Stunden gelegt. Smart Charging eignet sich daher für Nutzer, die ein konkretes Ladeziel zu einer bestimmten Zeit haben und dabei sowohl PV Strom als auch günstige Netzstrompreise nutzen möchten.
Welche Angaben braucht Borochi Smart Charging?
Zwei: die gewünschte Lademenge bzw. den Ziel-Ladestand des Fahrzeugs und die Uhrzeit, zu der das Fahrzeug wieder benötigt wird. Aus diesen beiden Angaben berechnet die Wallbox einen Ladeplan, der PV Überschuss vorrangig nutzt und die restliche Energiemenge in möglichst günstige Strombörsenpreis-Stunden legt, sodass das Ziel rechtzeitig erreicht wird.
Kann ich bei Borochi zwischen den Lademodi wechseln?
Ja. PV Priority, Smart Charging und manuelles Laden mit fester Leistung (4,2–22 kW) lassen sich in der Borochi App je nach Bedarf auswählen und jederzeit wechseln.
Was passiert bei PV Priority, wenn sich das Wetter plötzlich ändert?
Bei einer kurzfristigen Änderung der Solareinstrahlung, etwa durch eine vorbeiziehende Wolke, gleicht zunächst der Batteriespeicher die Differenz aus. Reicht auch die Batteriekapazität nicht aus, wird die fehlende Leistung im ungünstigsten Fall kurzzeitig aus dem Netz ergänzt, damit der Ladevorgang nicht unterbrochen wird.
Hinweis: Die in den Grafiken dargestellten Werte sind vereinfachte Modellbeispiele zur Veranschaulichung und keine Prognose für eine konkrete Anlage. Die geplante Absenkung der Einspeisegrenze auf 50% ab 2027 befindet sich derzeit noch im Gesetzgebungsverfahren.
